DER GROSSE SCHOCK


Ostdeutsche erzählen von den Folgen der Treuhand-Politik – Ein Buch über Verluste, Scham und Würde – 35 Jahre nach der Deutschen Einheit

Der radikale Umbruch durch die Treuhand-Politik bedeutete für viele Ostdeutsche den Verlust von Arbeit, sozialer Sicherheit und Lebensperspektiven. Dieses Buch erzählt anhand konkreter Beispiele, warum die Schockwellen der 1990er Jahre bis heute reichen. Ehemalige Arbeiter und Angestellte berichten hier erstmals nach langem Schweigen davon, wie ihre Betriebe untergingen und Jahrzehnte harter Arbeit wertlos wurden. Es sind Geschichten von Verzweiflung, Ohnmacht und Diffamierungen – aber auch von Zusammenhalt und Engagement. Sie zeigen eindrücklich, warum die Wunden der Wiedervereinigung oft noch nicht verheilt sind und warum das Misstrauen gegenüber dem politischen System bei vielen bis heute anhält.

In »Der große Schock« berichten Zeitzeugen aus fünf ostdeutschen Orten, wie sie die Wen
dezeit und speziell die Folgen der Treuhandpolitik erlebt haben. Sie erzählen von Entlassungen,
Kampf, Hoffnung, Ohnmacht – und vom Ringen um Gerechtigkeit.

Die Erzählenden stammen aus unterschiedlichen sozialen Kontexten: Schichtleiterinnen, An
gestellte, Betriebsräte, Techniker, Bürgermeister, Handwerkerinnen. Ihre Geschichten zei
gen, wie tief der Systemwechsel in persönliche Lebensläufe eingriff und wie unterschiedlich
Menschen damit umgingen. Einige kämpften mit Protestaktionen, Hungerstreiks oder Be
triebserhaltungsplänen, andere orientierten sich neu, viele schwiegen lange. Das Buch
durchbricht dieses Schweigen.

Katrin Rohnstock (Hg.)
Katrin Rohnstock, geboren 1960 in Jena, ist Literatur- und Sprachwissenschaftlerin sowie Publizistin. Sie gründete und leitet seit 1998 die Firma Rohnstock Biografien, die seit mehr als zehn Jahren Erzählsalons zu den Folgen der Treuhandpolitik veranstaltet und die Erfahrungsgeschichten der Menschen veröffentlicht. Katrin Rohnstock arbeitet
seit Jahrzehnten an der Schnittstelle von biografischem Erzählen und Zeitgeschichte. Ihre
Methode wurde vielfach ausgezeichnet und gilt als Pionierarbeit in der Aufarbeitung ost
deutscher Transformationsgeschichten.

Die Erzählungen entstanden in einem partizipativen Prozess: In Kooperation mit lokalen
Partnern wurden 2023 und 2024 in verschiedenen Thüringer Projekten von Rohnstock Bio
grafien Erzählsalons organisiert, bei denen ehemalige Werktätige und betrieblich Involvierte
aus ihrem Leben berichteten. Die persönlichen Erinnerungen wurden professionell ver
schriftlicht und von den Erzählenden autorisiert.

Stimmen zum Buch

»Die authentischen Zeitzeugenaussagen verdienen es, sehr ernst genommen zu werden. Sie stehen exemplarisch für die Entwicklungen im Zuge der Umsetzung des Beitrittsbeschlusses – ebenso aber auch für den Stolz der Menschen auf ihre Resilienz beim Durchstehen existenziell schwieriger Situationen.«
Maritta Tkalec, Berliner Zeitung

Foto Rohnstock: Ina Schoenenburg

Das Theater ist ab 18:30 Uhr geöffnet.

GUNDERMANN – Auf Spurensuche mit…

Liedgefährten und Gäste auf Spurensuche

Am 21.02.2026 wäre Gerhard Gundermann 71 Jahre alt geworden.
Aus diesem Anlass finden sich im Theater Ost ( Berlin Adlershof), Freunde,
Kollegen, Weg- und Liedgefährten von ihm zusammen, um diesen Geburtstag zu feiern, in der Hoffnung, dass er ihn ähnlich gefeiert hätte. Sie öffnen seine Schatzkisten und begeben sich gemeinsam auf Spurensuche. Eine Reise in die Vergangenheit, aber auch in die Gegenwart und Zukunft.

Mit dabei sind:

Brigade Feuerstein (1978 – 1988)

„Vor gar nicht allzu langer Zeit, lebten im Land KLINGKLANG in der Stadt WEISSNICHTWO ein paar lustige Gesellen“. So oder ähnlich begannen die ersten Stücke der BRIGADE FEUERSTEIN, die Gerhard Gundermann für die kleinen und großen Kinder der Stadt Hoyerswerda, genannt Hoywoy, erfand. Begeistert vom Agit Prop der zwanziger Jahre und den Attraktionen von Rummel und Zirkus entstand z.B. auch „Feuersteins SPECTAKULUM“ – ein fast vierstündiger Abend mit Lied, Theater, Show und Tanz. Einen ganz kleinen Ausschnitt aus dem Programm „Eine Seefahrt“ zeigen an diesem Abend die ehemaligen Mitglieder der Brigade Feuerstein Elke Förster, Rainer Westphal
und Conny Gundermann
und werden musikalisch von den Liedgefährten mit dem Feuerstein Bassisten Udo Seidel unterstützt.

Linda und die erweiterte lange Leitung

Gundermanns Lieder klingen nach. Nicht nur in seiner Generation, sondern auch in den Kindern, die mit dieser Musik aufgewachsen sind und die Lieder nun in die nächste Generation weitertragen. Linda Gundermann ist eines dieser Kinder, die Gundermanns Lieder an Freunde und Freundinnen und auch einige Liedermachende herangetragen hat. So reist sie mit dem Projekt „Linda und die lauten Bräute“ seit 7 Jahren durch die Lande, in dem Gundermanns Lieder zusammen mit den eigenen Werken der 6 Bräute gespielt werden. Seit 2023 singt Linda in einem neuen Projekt, dem Liedermacherinnentrio „Linda und die lange Leitung“ ihre eigenen Lieder.
An diesem Abend versammeln sich Teile beider Gruppen als „verlängerte Leitung“.
Mit dabei: Sonja Blume, Judith Retzlik, Melvin Haack, Lari von „Lari und die Pausenmusik“ und Linda Gundermann

Liedgefährten

Am 21.Februar 2015 wäre Gerhard Gundermann 60 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass entstand ein emotional fröhliches, kraftvolles und berührendes literarisch-musikalisches Programm mit Gedanken, Zwischentexten und einigen seiner schönsten Lieder mit „geliehenen Musiken“, z.B. von Bruce Sprinsteen, Tom Waits, Steeleye Span und den Beatles. Es erzählt viel von dem Menschen und Künstler Gerhard Gundermann und deshalb auch von denen, die mit ihm einen Teil seines Weges gegangen sind. Gerhard Gundermann hat uns Lieder und Texte hinterlassen, von denen er sich wünschte, dass sie zu Lebensmitteln werden, mittels derer wir auftanken können. Doch er hat nicht wissen können, wie wichtig sie uns gerade heute sind. Die Welt ist durch Armut und Kriege noch unsicherer geworden – und wir müssen in ihr leben und uns verhalten. Auch
deshalb haben wir- trotz Verlust, Trauer und Sprachlosigkeit- uns entschlossen, mit neuen Mitgliedern unser Programm wieder aufzubauen. Denn dieses Programm hat den Wunsch und auch die Kraft, so lange es gebraucht wird, nachzuklingen.

Auf Spurensuche begeben sich:
Carmen Orlet, Tina Powileit, Maria Haupert, Linda Gundermann, Conny Gundermann, Udo Seidel, Andreas Bunckenburg, Melvin Haack und Thomas Otto

Foto: Thomas Neumann

Das Theater ist ab 17:00 Uhr geöffnet

„DIE OSTFRAU. IHRE GEHEIMNISSE UND STÄRKEN“

Seit über dreieinhalb Jahrzehnten geistert sie als Phänomen durch den öffentlichen Diskurs – die Ostfrau. Unmittelbar nach dem Mauerfall in den bundesdeutschen Medien ob ihrer vermeintlichen sexuellen Unbefangenheit beklatscht, wurde sie später als ausgekochte Sphinx beschrieben, die – siehe Merkel oder Wagenknecht – über Männerleichen hinweg zur Macht strebt.

Während dem Ostmann bis heute das Loser-Image anhaftet – und sein Bildnis in den Fotoarchiven der großen Magazine allein unter den Stichworten Harz IV, Stasi, Pegida und AfD zu finden ist, bleibt die Ostfrau geheimnisumwittert.

Jürgen Kuttner unternimmt in seinem neuen Videoschnipselvortrag nun den ehrenwerten Versuch, dem Rätsel Ostfrau endlich näher zu kommen. Ein ebenso lehrreicher wie unterhaltsamer Abend für alle Geschlechter.

Ein Videoschnipselabend, was ist das? 3sat: „Kuttners One-Man-Show besteht aus zwei Elementen: aus einem historisch-medienkritischen Diskurs und aus Fernsehausschnitten. Das hört sich angsteinflößend an, ist es aber nicht. Kuttners ‚Video-Schnipsel-Vorträge‘ gehören zum Unterhaltsamsten und Klügsten, was derzeit zu sehen ist.“

Seit November 1996 veranstaltet Jürgen Kuttner Monat für Monat an der Berliner Volksbühne seine Videoschnipselabende. Viele Zuschauer dürften inzwischen erfahren haben, was ein Videoschnipselabend mit Kuttner ist, denn auch über die Grenzen Berlins hinaus, im gesamten deutschsprachigen Raum, von Hamburg über München bis Wien und Zürich sind diese Abende hochintelligenter, inspirierender und ebenso witziger Einsichten nicht zu überbietende Fernsehunterhaltung und Lehrstück in einem:

Doch so lehrreich, bizarr oder unterhaltsam diese Schnipsel auch sind, ihre wahre Wirkung entfalten sie erst in der Kommentierung durch Kuttner.
Zwar haben die präsentierten Ausschnitte für gewöhnlich eine Gesamtlänge von etwa einer halben Stunde, doch schwankt das Zeitmaß ihrer jeweiligen Kommentierung erheblich. Besucher der Vorstellungen sollten also etwaige anschließende Verabredungen flexibel treffen.

Das Theater ist ab 18:30 Uhr geöffnet

BOCK AUF OSTROCK ?





BOCK AUF OSTROCK ?

Musiksatire vom Feinsten mit den

Zeugen Amigas

Himmelsrichtungsmusik – Das sind musikalische Klänge und gesangliche Textpoesie aus ehemalig groß eingezäunten Gebietsflächen, lyrische Texte aus einer verschwundenen Zeit, ein Schaumbad traumhafter Melodien, bei denen einst Texte zu Silben klanglich angepasst wurden. Diese werden ohne Kompass dargeboten. Es ist daher nicht navigierbar, aus welcher Himmelsrichtung sie Ihren Gehörgang treffen!

Erleben Sie einen nostalgischen Musikabend der besonderen Art. „Die Zeugen Amigas“ ( Micha „Maschine“ Winkler ( tb,tub,tut,blas,Voc,Trill etc.) Silke Traurigtal zu Freudenberg ( key,akk,voc ) und Matthias MachtNichts ( bum-bum-klatsch,beatbox ) präsentieren Ihnen verjazzte Ostrockhits mit Augenzwinkern, wie Sie sie noch nie gehört haben. Eine Ostrockpersiflage mit NDW-Segmenten. Dazu gibt es Geschichten aus dem Hirschbeutel…Ganz ohne Gitarre!

ACHTUNG+++ACHTUNG+++ACHTUNG+++ACHTUNG+++ACHTUNG+++ACHTUNG

Diese Klangstunde kann Ihre Sichtweise auf Hörgewohnheiten sowie
Ihre Geisteshaltung zu längst vergangenen Hits ändern!

ACHTUNG+++ACHTUNG+++ACHTUNG+++ACHTUNG+++ACHTUNG+++ACHTUNG




Das Theater ist ab 18.30 Uhr geöffnet

RUSSLAND – UND WIE WEITER

Zwischen Russland und dem Westen herrscht Eiszeit. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 sind die ohnehin abgekühlten Beziehungen auf einem historischen Tiefpunkt angelangt und scheinen auf lange Sicht irreparabel zu sein. Nichtsdestotrotz ist eine neue europäischen Friedensordnung erforderlich, die Russland mit einschließt. Das Land ist Teil unseres Kontinents.

Wie konnte es so weit kommen, nachdem die Ost-West-Konfrontation Ende der 80er Jahre
überwunden schien? Wie lässt sich die Eskalationsspirale stoppen? Welche Rolle kann
Diplomatie spielen? Helfen Sanktionen? Was ist mit den Waffenlieferungen? Welche
Perspektiven sind denkbar? Wie weit ist die Gesellschaft in der Unterstützung der Ukraine
bereit zu gehen, wenn damit den eigenen Interessen geschadet wird, sowohl
wirtschaftlich als auch mit Blick auf Frieden?

Über all diese existenziellen Fragen muss in einer demokratisch strukturierten Gesellschaft
offen, respektvoll und faktenbasiert gestritten werden.

Frau Krone-Schmalz bietet eine Analyse der bisherigen Entwicklungen und richtet den
Blick auch vorsichtig in die Zukunft.

Gabriele Krone-Schmalz war von 1987 bis 1991 Russland-Korrespondentin der ARD und moderierte anschließend bis 1997 den ARD-Kulturweltspiegel. Von 2011 bis 2022 war sie Professorin für TV und Journalistik an der Hochschule Iserlohn.

Das Theater ist ab 18:30 Uhr geöffnet.

X